Du bist es uns wert

Foto: Dr. Marschner Stiftung

Der kleine Frühstücksraum des Franziskustreffs in der Frankfurter Innenstadt platzt aus allen Nähten. Bis zu 180 Gäste, so die Bezeichnung des Kapuzinerbruders Paulus Terwitte für Obdachlose, Arbeitssuchende, einsame Menschen, finden sich jeden Morgen im Schäfergässchen ein. Der Bedarf nach einer Mahlzeit am Morgen, einem guten Gespräch oder einfach einer ruhigen Minute im Alltagstrubel wächst. Deshalb planen die Ordensbrüder schon seit über drei Jahren eine Ausweitung des eingeengten Frühstückstreffs, vor allem auch um eine ungestörte und angemessene Sozialberatung zu bieten. Diese schließt etwa emotionale Unterstützung, Familienzusammenführung oder konkrete Hilfe beim Ausfüllen von Formularen ein. Die Kapuziner möchten nicht zwischen Tür und Angel bedürftige Menschen unterstützen, sondern durch eine qualitativ hochwertige, repräsentative Raumsituation zeigen, dass sie jeden Einzelnen ernst nehmen und wertschätzen. Neben dem Eingang des Franziskustreffs können sie nun endlich – auch mit Hilfe der Dr. Marschner Stiftung –  einen Beratungs- und Gesprächsraum sowie einen Arbeitsplatz für die Sozialberatung anbauen und einrichten. Hiermit ist der Traum erfüllt, die sehr beengte Situation zu überwinden und jedem Gast zu zeigen: „Du bist es uns wert!“

Wenn Barrieren fallen

Foto: Dr. Marschner Stiftung

Das Haus ist voll. „Rappelvoll“, so die Geschäftsführerin Klara Kletzka. Jeden Tag. Über Besuchermangel kann das Frankfurter DialogMuseum nicht klagen: Schulklassen, Erwachsenengruppen, Familien und Einzelbesucher jeden Alters. Ein besonderes Projekt, das die Dr. Marschner Stiftung unterstützt, ist der „Unsichtbare Freund“ für Schüler der Jahrgangsstufe 6. In der Ausstellung „Dialog im Dunkel“ an die Erlebniswelt blinder Menschen herangeführt, können die Schüler anschließend gemeinsam mit einer blinden Pädagogin ein Diplom erwerben, in dem sie beweisen, dass sie Erlebtes auch in ihrem Alltag praktisch umsetzen können. So bekommt das Museum oft Rückmeldung, dass sich die Schüler nach dem Besuch des Projektes trauen, blinde Menschen anzusprechen und ihnen zu helfen. Pro Jahre bewerben sich über 100 Klassen für das Projekt, doch nur 20 können genommen werden. Mit Abschluß der diesjährigen 15. Staffel haben insgesamt rund 6350 Kinder teilgenommen. Voraussichtlich wird dies nicht die letzte Staffel sein. Bis vor kurzem musste das Museum zwar noch zittern, doch jetzt steht fest: Auch wenn es seine Räume in der Hanauer Landstrasse Ende 2018 verlassen muss, 2019 geht es weiter. Vor kurzem hat es von der Stadt die Zusage bekommen, in die B-Ebene der Hauptwache ziehen zu können. Somit bleibt Frankfurt eine wichtige kulturelle und soziale Institution erhalten. 

Wie erkläre ich es meinem Kind?

Copyright: Hilfe für Krebskranke Kinder e.V.

Der Verein „Hilfe für Kinder krebskranker Eltern e.V.“ hat erkannt, wo Hilfestellung besonders wichtig und notwendig ist: Eine Krebserkrankung bedeutet nicht nur für die Betroffenen einen schweren Lebenseinschnitt; auch die ganze Familie, insbesondere die Kinder sind betroffen. Der 1997 gegründete Verein kümmert sich mit unterschiedlichen Angeboten, wie Gruppen-, Einzelgesprächen oder Familienwochenenden, gezielt um Kinder aller Altersgruppen von Krebspatienten. Ein wichtiger Bestandteil dieser Aktivitäten sind die kostenlosen Broschüren „Mit Kindern über Krebs sprechen“, ein Ratgeber für Eltern, die an Krebs erkrankt sind, und „Was jetzt für Dich wichtig ist“ ein Ratgeber von Jugendlichen für Jugendliche. Die Dr. Marschner Stiftung unterstützt den Verein seit nunmehr 10 Jahren durch die Finanzierung dieser Broschüren.

Die Dr. Marschner Stiftung sprach mit Professor Christian Jackisch, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Sana Klinikum Offenbach und Vorstand des Vereins.

Zum Interview

DMS: Welche Zielsetzung verfolgt „Hilfe für Kinder krebskranker Eltern“?

PCJ: Wir richten uns an Eltern mit einer Krebserkrankung. Aber vorrangig soll den Kindern dieser Patienten geholfen werden. Oft sind es vor allem Mütter, deren erster Gedanke bei einer entsprechenden Diagnose nicht sich selbst, sondern ihren Kindern gilt: ‚Wie erkläre ich es meinem Kind?‘ Und da die meisten Eltern hier verständlicherweise keine Profis sind, bietet sich eine Hilfestellung für derart schwierige Gespräche an. Dies können und wollen wir bieten. Wir wollen eine stabile, starke Brücke zwischen Eltern und Kind sein.

DMS: Inwiefern helfen hier die beiden Broschüren „Mit Kindern über Krebs sprechen“ und „Was jetzt für Dich wichtig ist“ des Vereins, die die Dr. Marschner Stiftung unterstützt?

PCJ:  Die Broschüren sind sehr wichtig, um zu informieren und um erste Barrieren abzubauen. Die Betroffenen benötigen meist Zeit, um sich in ihrer Situation zurecht zu finden. Eine Broschüre kann ich erst einmal mitnehmen; sie zu Hause in Ruhe durchgehen. Ich kann mich in meinem Tempo zu einem Zeitpunkt, den ich wähle, auf das Thema einlassen. Man kann und muß sich schon allein durch das Medium bedingt darauf konzentrieren. Neben den Broschüren versuchen wir für Kinder und Jugendliche eine weitere, zeitgemäße Vermittlung zu bieten: Vor über zwei Jahren haben wir zusätzlich die interaktive App „Der Zauberbaum“ zum Thema entwickelt.

DMS: Wo werden die Broschüren überall genutzt? Welches Feedback erhält der Verein?

PCJ: Die neunte Auflage der Broschüren von jeweils 10.000 Exemplaren ist jetzt ausgegeben und wir werden – Dank Ihrer Unterstützung – nachdrucken. Diese wurden natürlich auf Anfrage von Betroffenen und in Gesprächen kostenlos ausgegeben, aber auch psychologische Praxen oder Kliniken fragen beim Verein an. Selbst aus dem deutschsprachigen Ausland bekommen wir Anfragen. Zukünftig wollen wir sie auch Schulen, Kindergärten und sozialen Einrichtungen anbieten. Das Feedback ist durchgängig extrem positiv. Jeder ist äußerst dankbar, dass wir uns diesem Thema annehmen. Daher war die Ergänzung der ersten Broschüre „Mit Kindern über Krebs sprechen“ durch die zweite „Was jetzt für Dich wichtig ist“ von Jugendlichen für Jugendliche nur konsequent.

DMS: Warum engagieren Sie sich persönlich für den Verein „Hilfe für Kinder krebskranker Eltern“?

PCJ: Ich habe so häufig gesehen, dass die Kinder die erste und größte Sorge der Betroffenen sind. Sehr schnell setzt eine gewisse Kommunikationsunfähigkeit ein. Das ist ein sehr kritischer Punkt in einer Familie; oder insbesondere auch für Alleinerziehende. Die Unsicherheit wächst. Wenn sich zu Hause etwas verändert, bekommen es die Kinder zuerst mit. Familie und Freundeskreise müssen jetzt besonders zusammen halten. Wer in diesem Moment nicht die üblichen Kompensationsmöglichkeiten hat, trägt es oft ungewollt auf dem Rücken der Kinder aus. Genau dann sind wir gefragt. Dann müssen wir helfen. Wir müssen den Patienten in Not Sicherheit geben.

Faszination Wildnis

© Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2018, Foto: Wolfgang Günzel

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet der Faszination Wildnis in der Bildenden Kunst von der Moderne bis zur Gegenwart eine herausragende Themenausstellung. Die Dr. Marschner Stiftung freut sich, die Schau mit über 100 bedeutenden Werken von 34 internationalen Künstlerinnen und Künstlern fördern zu können. Die Ausstellung vereint Gemälde, Fotografien und Skulpturen, etwa von Jean Dubuffet, Max Ernst, Georgia O’Keeffe, Gerhard Richter und Henri Rousseau.

Mit „Wildnis“ steht ein kulturelles und künstlerisches Konzept zur Diskussion, das schon immer auch als Projektionsfläche für das Fremde, für Sehnsuchtsfantasien jenseits der Grenzen der jeweiligen Zivilisation dient. Inwiefern sich der Begriff Wildnis durch die Erschließung und Eroberung nahezu jedes Flecken der Erde in unserer Gesellschaft und somit in der Kunst veränderte, wie das Verhältnis von Mensch und Tier neu definiert wird und wie die Auseinandersetzung mit der Fiktion Wildnis aktueller denn je ist, sind Themen der Ausstellung. Bis 3. Februar 2019

Viel Raum für Politisches im MMK

Foto: Dr. Marschner Stiftung

Coca-Cola-Dosen neben einem Sheriffstern und Patronenhülsen, ein Pranger mit der amerikanischen Flagge überzogen. Die Werke der US-Künstlerin Cady Noland sind eminent politisch und gleichzeitig optisch reizvoll. Dies liegt nicht zuletzt an der herausragenden Inszenierung der meist großformatigen Exponate durch die neue MMK Direktorin Susanne Pfeffer. Die Dr. Marschner Stiftung unterstützt ihre erste Ausstellung im Haupthaus des Museums für Moderne Kunst, die neben internationalen Leihgaben auch Arbeiten aus der Sammlung des Museums zeigt.

Die Schau ist die erste Übersichtsausstellung der 1956 geborenen Künstlerin Cady Noland seit über zwanzig Jahren. Indem die Objekte über alle drei Etagen verteilt sind, bekommen sie viel Raum und können sich in ihrer ganzen Wirkungskraft entfalten. Nolands Arbeiten setzen sich mit der Brutalität des öffentlichen Raums vornehmlich in den Vereinigten Staaten auseinander. Ein Thema, das aktueller und brisanter kaum sein könnte. Bis 31. März 2019

Vitamine sind gut für Mathe

Foto: Dr. Marschner Stiftung

Mathe läuft leichter mit einem guten Frühstück und die Haare wachsen besser mit Vitaminen. Welches Argument auch immer zählt, über 80 Kinder aus der Goetheschule in Offenbach sind jeden Morgen dankbar, dass Katja Werner (links im Bild) und ihr Team vom Verein „Von Ich zu Ich“ ab 6 Uhr morgens ehrenamtlich Brötchen schmieren und Obst- und Gemüseboxen für sie packen.

Die Kinder können sich die leuchtend orangenen Vesperboxen vor dem Unterricht gegenüber der Schule im Stadtteilbüro gegen ein kleines Entgeld abholen. Es gibt helles und dunkles Brot, mit Wurst, Käse oder Ei, am Freitag auch mal mit Marmelade oder Honig – alles aber immer halal. Denn in die Schule im Nordend gehen rund 450 Schüler aus über 45 Nationen. Deshalb ist es auch besonders wichtig, dass die fünf Frauen, die mit großem Engagement das Projekt seit 2012 am Laufen halten, mehrere Sprachen sprechen und so bei Kindern und Eltern Vertrauen wecken. Die Dr. Marschner Stiftung freut sich „Gesundes Frühstück für Goetheschulkinder“  2019 mittragen zu dürfen.

Das ist Leder!

© DLM, Laura Brichta

Unter K wie Kaugummi findet sich eine kleine Entdeckung: Ein knallpinker Sneaker mit einer Sohle aus recyceltem Kaugummi, abgekratzt von Amsterdamer Straßen. Wie kommt der Kaugummi-Schuh ins Ledermuseum in Offenbach? Unter dem Titel „Das ist Leder! Von A bis Z“ kann man dort seit dem 22. September 2018 einen neuen, innovativen Projektraum besuchen, der die Grundlagen von Leder und Lederersatzstoffen in Dialog mit der Sammlung des Hauses stellt.

Mit Unterstützung der Dr. Marschner Stiftung konnte die multimediale Präsentation, die sich in drei Teile gliedert, erfolgreich umgesetzt werden: 24 herausragende Exponate ergänzt durch haptische „Fühlstationen“ lassen Leder erlebbar werden. Medientische mit 64 sensorischen Tastmodulen bieten umfangreiche Hintergrundinformationen. Eigens für die Ausstellung produzierte Kurzfilme erlauben einen spannenden Blick hinter die Kulissen lederverarbeitender Betriebe aus Offenbach und Umgebung. 

Elementares erfahren – das MAK macht’s möglich

© Museum Angewandte Kunst

Was hat ein Silberbecher mit Feminismus zu tun? Und ein Truthahn aus Porzellan mit Glück? Anders sehen, anders erfahren, anders denken – mithilfe einer neuen digitalen Führung auf Tablets können die Besucher des Museums Angewandte Kunst ab sofort versteckte Pfade zwischen den Objekten der Dauerpräsentation „Elementarteile. Aus den Sammlungen“ erkunden.

Die Dr. Marschner Stiftung ermöglichte die Umsetzung dieser spannenden Entdeckungsreise durch die bedeutendsten Stücke aus allen Bereichen des Museums. Die Tablets können an der Museumskasse kostenfrei entliehen werden. Die digitale Führung ist intuitiv gestaltet und für alle Altersklassen geeignet. Wissensdurstige können sich anhand von zwei Pfaden durch die Ausstellung führen lassen. Entweder „Spontan“, nach persönlichen optischen Reizen und Interessen orientiert, oder „Strukturiert“, nach Themen wie Demokratie, Spiritualität oder Globalisierung geordnet, lernt man im eigenen Tempo die Exponate kennen.

Von Leuchtpilzen und Gladiatorenkämpfen

© Uwe Dettmar, Goethe-Universität Frankfurt

11.000 Kinder, 380 Klassen in 4 Tagen – die Kinder-Uni 2018: Wieder ein voller Erfolg. Die Dr. Marschner Stiftung unterstützt dieses wunderbare und äußerst beliebte Projekt der Frankfurter Goethe-Universität seit 2015. Kindern zwischen 8 und 12 Jahren werden auf spannende und trotzdem informative Weise unterschiedliche wissenschaftliche Themen nahe gebracht. „Es ist eine tolle Sache, dass es mit der Kinder-Uni gelingt, Frankfurter Schülerinnen und Schülern aller Bildungsschichten einen ersten Kontakt mit der Universität zu ermöglichen“, so Peter Gatzemeier, Vorstand der Dr. Marschner Stiftung.

Beim Thema Fußball bricht eine „La Ola“-Welle los. Beim Anblick von 1,70 Meter hohen Dinosaurier-Knochen leuchten Kinderaugen. Eine Professorin aus Hogwarts erzählt von Hexenringen und Gladiatoren ziehen unter Jubel ihre Schwerter. Was kann es in einem Audimax Schöneres geben?

FOAM TALENT  – Die neue Generation der Fotografie

In fourth Person © Martin Errichiello, Filippo Menichetti, Foam Talent Ray 2018

Ausstellung 24. Mai bis 26. August 2018

Der Frankfurter Kunstverein präsentiert die Ausstellung FOAM TALENT in Kooperation mit dem Foam Museum Amsterdam, weltweit das führende Museum für aktuelle Fotografie. Die Ausstellung zeigt 20 Positionen internationaler junger Künstlerinnen und Künstler unter 35 Jahren, die im Medium der Fotografie deren Grenzen ausweiten und mit neuen formalen und inhaltlichen Ansätzen experimentieren.

Die Künstlerinnen und Künstler zeichnen sich durch unterschiedliche Haltungen und Herangehensweisen aus: von aktivistischen Ansätzen, über ironische Referenzen, Kritik am eigenen Medium und gesellschaftliche Untersuchungen zur Rolle der Fotografie im öffentlichen Raum. Die Auswahl reflektiert zukunftsweisende Positionen der Fotografie und fungiert als Barometer eines Mediums, das sich im Zeitalter digitaler Kultur ständig verändert und neu definiert. Die Ausstellung gibt einen einzigartigen Überblick zeitgemäßer Trends und Tendenzen und dient Experten und Fotografieinteressierten als Maßstab zukünftiger Entwicklungen des Medium Fotografie.

Schuljahr der Nachhaltigkeit – Frankfurter Schulen werden von Oberbürgermeister geehrt

Michael  Schlecht © Umweltlernen Frankfurt

Ein echter Hingucker in Frankfurt – an den bunten Botschaften für die Zukunft stoppen viele Passanten auf der Hauptwache: Mit ihrem „Nachhaltigkeits-Kreide-Graffiti“ zeigen Kinder zusammen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, wie intensiv sie sich mit „brennenden“ Zukunftsthemen und ihren eigenen Handlungsmöglichkeiten im Alltag auseinandergesetzt haben. Denn mehr als 700 Kinder aus elf Frankfurter Schulen durften ein Jahr lang am sechsten Durchlauf des Programms „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ 2017/2018 teilnehmen. Zur feierlichen Verleihung ihrer erworbenen Nachhaltigkeitsdiplome sind jetzt 400 Schülerinnen und Schüler auf die Hauptwache gekommen. Oberbürgermeister Peter Feldmann begrüßte seine jungen Gäste zu einer bunten Feier: „Dieses tolle Programm ist etwas Besonderes in Frankfurt. Elf Schulen konnten in diesem Jahr teilnehmen. Und Ihr wart dabei! Schön dass Ihr da seid.“ Zum Beispiel wissen sie, wie sie beim Pausenbrot Abfall vermeiden können und kennen den ökologischen Rucksack des Recyclingpapiers. Ihnen ist klar, dass man das Klima schützt, wenn man viel Fahrrad fährt und energiesparend heizt. Und sie erkennen beim Einkauf fair gehandelte Waren. „Wir haben drei Wochen lang das „plastikfreie Frühstück“ ausprobiert“, berichtet Yumna von der Merianschule am Park. „Das sollte jeder machen“, rät die Zehnjährige und freut sich, dass nun auch in ihrer Familie mehr darauf geachtet wird, Verpackungsmüll zu vermeiden und auch FairTrade-Produkte zu kaufen.

Umweltlernen in Frankfurt e.V. hat das „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ entwickelt und führt es nun bereits zum sechsten Mal mit Frankfurter Grundschulen durch. Die Dr. Marschner Stiftung fördert das „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ von Anbeginn und gratuliert erneut zu einem gelungen Abschluss!

Wir unterstützen das TOP TEAM der Rudergesellschaft Germania

TOP TEAM © Rudergesellschaft Germania

Die freie Rudergesellschaft Germania hat eine große, motivierte und erfolgreiche Leistungssportgruppe, das TOP TEAM.

Unter der Leitung von Trainer Ralf Hollmann trainieren die U23-Senioren, sowie die Athleten der offenen Altersklasse in Umfängen wöchentlich gemeinsam.

Zwei- bis dreimal jährlich ist das TOP TEAM im Trainingslager, außerdem stehen viele Trainingswochenenden auf dem Plan. Wenn die Regattasaison im März startet, ist das Team meist jedes Wochenende unterwegs. In den letzten Jahren konnten so viele außergewöhnliche Erfolge errudert werden.

Die Dr.Marschner Stiftung freut sich, das TOP TEAM erneut zu unterstützen und wünscht weiterhin viel Erfolg!

Oper Offenbach YRD.Works kooperiert mit Künstlerhaus Mousonturm

 © Künstlerhaus Mousonturm

Eine Oper in Offenbach!? Das Künstlerkollektiv YRD.Works widmet sich mit „Oper Offenbach“ der Königsklasse performativer Disziplinen und macht auf der Inselspitze im ehemaligen Hafen Offenbach den Bau einer Oper selbst zum Gegenstand einer mehrwöchigen Inszenierung. Bereits der erste Bauabschnitt verwandelt die Hafeninsel in eine zweideutige Szenerie. Zusammen mit demDesignkollektiv Profi Aesthetics und dem Fotografen Simon Keckeisen errichten YRD.Works vier groß dimensionierte Wände, die von zahlreichen Punkten am Mainufer zu sehen sind.

Festlicher Akt im Römer – die Dr. Marschner Stiftung trägt sich in das Goldene Buch der Stiftungen ein

 © Fotos: Sabine Imhof

Am 19. April wurde die Dr. Marschner Stiftung im Römer mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Stiftungen der Stadt Frankfurt geehrt. Im festlichen Limpurgsaal und im Beisein von hundert geladenen Gästen unterzeichneten Beirat Dr. Peter Toelle, Vorstand Peter Gatzemeier sowie Stadträtin Elke Sautner die Urkunde. Museumsdirektor Matthias Wagner K. hob in seiner Laudatio die vorbildliche Arbeit der Dr. Marschner Stiftung hervor. Insbesondere würdigte er die Verdienste der Stiftung im Hinblick auf die großzügige Förderung des kulturellen Angebots in Frankfurt und Offenbach.

Vorstand Peter Gatzemeier zeichnete in seiner Rede die Entwicklung der Dr. Marschner Stiftung in den vergangenen zwölf Jahren nach. Mit der wachsenden Wahrnehmung der Dr. Marschner Stiftung in der Frankfurter und Offenbacher Stadtgesellschaft steigerte sich auch das Spendenvolumen. Dankenswerterweise wuchsen die Einnahmen der Dr. Marschner Stiftung kontinuierlich, so dass diese seit ihrem Bestehen nicht weniger als € 11.835.717 Euro gespendet hat. Eine Fördersumme, welche die anwesenden Gäste sichtlich beeindruckte und sie mit einem gebührenden Applaus würdigten.

Kulturvermittlungsprogramm Fotografie Forum Junior

Workshop FFF Junior © Fotografie Forum Frankfurt

Im Sommer 2017 förderte die Dr. Marschner Stiftung das Vermittlungsprogramm FFF Junior, das Jugendlichen den Zugang und die Wahrnehmung für das Medium Fotografie zu schärfte. In diesem Jahr setzt die Stiftung ihre Förderung fort: Das Potential der Fotografie als ein leicht zugängliches Medium ist in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen von enorm hohen Wert, sie funktioniert hervorragend als Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Sprachen und Kulturen der Teilnehmer. Das Fotografie Forum Frankfurt wurde 1984 als Zentrum für zeitgenössische und historische Fotografie gegründet und hat seit langem internationalen Rang erreicht. Es gehört heute zu den führenden Einrichtungen für Fotografie in Europa. Das Fotografie Forum Frankfurt ist Ausstellungsort, Institution und Forum für die zeitgemäße Auseinandersetzung mit Fotografie.

 

Langfristige Förderung für Frankfurter Musikmobil

© Wolfgang Furhmannek

Die Dr. Marschner Stiftung freut sich, die Förderung für das Musikmobil bis 2019 zu verlängern.

Mit diesem rollenden Musikzimmer geht man in Frankfurt seit 2011 neue Wege in Sachen Musikpädagogik. Eine große Auswahl an Orchesterinstrumenten findet so den Weg zu den Schulen, Kitas und damit zu den Kindern, die sonst keine oder geringe Möglichkeiten haben, Instrumente einmal anzufassen und auszuprobieren – und sich so für das Musizieren zu begeistern.
So ist das Musikmobil ist vor allem ein innovativer Baustein im Gebäude der Frankfurter Musikpädagogik.

 

alle Fotos der obigen Bildergalerie © Wolfgang Furhmannek

Neueröffnung von Waldzoo Offenbach

Nach zweijährigem Umbau war es endlich soweit: der beliebte Stadtzoo Offenbach wurde im Beisein des Stadtkämmerers Peter Freier am 18. Oktober offiziell übergeben. Die Dr. Marschner-Stiftung und der gemeinnützige Unterstützungsverein des Rotary-Clubs Offenbach fördern seit 2015 die umfangreiche Sanierung mit insgesamt 145.000 Euro.

Die Stiftung spendete einen Großteil der Summe für elementare Baumaßnahmen, der Rotary Club erstellte das Konzept und koordinierte die Arbeiten ehrenamtlich. Seit der Gründung des Waldzoos in 1965 halfen vor allem ehrenamtliches Engagement des Zooteams, als auch Spenden und Zuschüsse der Stadt Offenbach, das Areal in Ordnung zu halten. Die Sanierung von Grund auf hat sich gelohnt: die Besucherinnen und Besucher können sich nun über einen neuen Pavillon, erneuerte Sanitärräume und einem modernisierten Spielplatz freuen.

Erneute Unterstützung für die Communità Cattolica Italiana

Orgel der Gemeinde „Santa Famiglia di Nazareth“

Der geistliche Rat Pfarrer Don Paolo Manfredi und seine pastorale Mitarbeiterin, Frau Krückhans sind seit Jahren die ersten Ansprechpersonen für die Menschen rund um die Gemeinde in der Rathenaustraße 36 in Offenbach. Besonders hilft die Gemeinde in der Winterzeit, wenn vor allem bei älteren Menschen existenzielle Bedürfnisse wie eine warme Mahlzeit nicht immer eine Selbstverständlichkeit sind. Die von nahezu allen Offenbacher Gemeinden mitgetragene Initiative „Essen und Wärme“ ist ein wichtiger Beitrag für die Hilfe an Bedürftigen. Dass Essen mehr als Nahrungsaufnahme bedeutet, wissen vor allem Don Paolo, Frau Krückhans und ihr Team aus Ehrenamtlichen, die solche Abende gestalten. Da wird sich besonders Mühe gegeben, die Gäste mit schön dekorierten Tischen zu erfreuen. Und es geht auch darum, in angenehmer und gepflegter Atmosphäre im Austausch mit anderen eine gute Zeit zu verbringen.

Dies ist nur eine von vielen Aktivitäten, denen sich die Gemeinde widmet. Seelsorge, Kommunions- und Firmungskurse, Bildungsprogramme und vieles mehr gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Italienische Katholischen Gemeinde „Santa Famiglia di Nazareth“. Die Dr. Marschner Stiftung freut sich, diese wertvolle Arbeit unterstützen zu dürfen.

Lesetaskforce, AlphAlif und Mathematikprojekt – wir fördern die Didaktische Werkstatt weiter

© Didaktische Werkstatt, Universität Frankfurt

Die Lesetaskforce ist ein langjährig gefördertes Praxisprojekt der Dr. Marschner Stiftung. Die Initiative ist eingebettet in die Arbeitsstelle für Diversität und Unterrichtsentwicklung – Didaktische Werkstatt des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Universität in Frankfurt und wird verantwortet von Herrn Prof. Dr. Mehlem, Frau Suntheim und Frau Dr. Böhm. Das Projekt AlphAilf wird ebenfalls von Prof. Dr. Mehlem verantwortet. Es setzt sich die Alphabetisierung und Leseförderung für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler an Frankfurter und Offenbacher Grundschulen zum Ziel. Des Weiteren unterstützt die Dr. Marschner Stiftung das Programm „Rechenförderung“ – eine Kooperation mit der Arbeitsstelle für Diversität und Unterrichtsentwicklung und der didaktischen Werkstatt, verantwortet von Aloysia Abraham. Die erfolgreichen Projekte der Goethe Universität erhalten eine weitere Förderung für das Schuljahr 2018/19.

zum Interview "Fördern will gelernt sein"

Fördern will gelernt sein…

von Petra Kappler

Ein Gespräch mit Herrn Prof. Dr. Mehlem, Frau Suntheim und Frau Dr. Böhm, das verantwortliche Team der LeseTaskforce, ein langjährig gefördertes Praxisprojekt der Dr. Marschner-Stiftung. Die Initiative ist eingebettet in die Arbeitsstelle für Diversität und Unterrichtsentwicklung- Didaktische Werkstatt des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Universität in Frankfurt am Main. Das Team empfängt mich in den hellen Projekträumen der Didaktischen Werkstatt, in denen sowohl Seminare als auch Fortbildungsveranstaltungen stattfinden und die den Studierenden zum eigenständigen Arbeiten zur Verfügung stehen. Die Räume vermitteln sofort den Eindruck von positiver Arbeitsatmosphäre, es findet sich viel Literatur und Materialien zur Unterrichtsgestaltung. Frau Suntheim erklärt mir, dass die Didaktische Werkstatt Beratung für verschiedene Schulstufen anbietet. So können die Studierenden während der Öffnungszeiten Unterrichts-, Diagnose- und Fördermaterial sichten und erproben, sowie Literatur zu Themen wie Inklusion, Schulentwicklung, Fachdidaktik usw. recherchieren. Schwerpunkt ist der Umgang mit Heterogenität in der Grundschule und in der Sekundarstufe sowie die verschiedenen pädagogischen Praxisprojekte. Auf den Begriff Heterogenität werden wir im Gespräch immer wieder kommen. „Arbeitsstelle für Diversität und Unterrichtsentwicklung – Didaktische Werkstatt“ umfasst dies sehr treffend – doch was kann man sich darunter konkret vorstellen? Zunächst ist die „Didaktische Werkstatt eine Einrichtung des Fachbereichs Erziehungswissenschaften in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Professionalisierung von Studierenden, Lehrkräften und Lehrkräften im Vorbereitungsdienst im Umgang mit Heterogenität zu leisten und versteht sich als ein Bindeglied zwischen den Phasen der Lehrerbildung“. So liest es sich auf der Website. Mich interessiert zunächst, wie die Professionalisierung aussehen kann. Dafür stehen den Studierenden eine Vielzahl an Möglichkeiten und Werkzeugen zur Verfügung. Lehrkräfte finden ein umfangreiches Fortbildungsangebot. Im Februar 2017 fand zudem ein Fachgespräch mit dem Titel „Buchstabierst du noch oder liest du schon? statt. Dieses stand in enger Verbindung mit den Praxisprojekten Leseförderung (LeseTaskforce) und Alphabetisierung (AlphAlif) in der Grundschule. Die LeseTaskforce ist eines der Projekte, welches die Dr. Marschner-Stiftung von Anbeginn kontinuierlich fördert. Zugleich wird das Projekt AlphAlif im Zuge der wachsenden Zahl von Kindern mit arabischer Muttersprache einen erhöhten Förderbedarf haben. Hier kommt besonders stark der Aspekt der Heterogenität zum Tragen. Frau Dr. Böhm erklärt mir, dass gerade bei den Grundschülern mitunter große Differenzen herrschen, was die Sprachkompetenz der Kinder angeht. Manche waren nie in der Schule, anderen haben basale und wieder andere ausgezeichnete Kenntnisse im Lesen und Schreiben. Diese enorme Diversität stellt eine der besonderen Herausforderungen des Praxisprojektes AlphAlif dar. Gerade die im Projekt eingebundenen Studierenden sehen sich damit konfrontiert. Neben den geforderten pädagogischen und fachlichen Eignungen kommen hier noch idealerweise Grundkenntnisse der arabischen Sprache hinzu. Der Umgang mit heterogenen Lernvoraussetzungen – gerade im Schriftspracherwerb –  von Schülerinnen und Schülern gehört also zum Alltag in den Projekten. Schnell sind wir im Gespräch bei der aktuellen Schuldebatte, vor allem, welche Reformen und Schulformen den Bedürfnissen von Heterogenität, Diversität und Inklusion gerecht werden. Diskutiert werden viele Modelle, wie zum Beispiel das Schulsystem in den nordischen Ländern, wo es eine gemeinsame neunjährige Schulzeit gibt. Wie steht es mit einer Anwesenheitspflicht bis 16.00 Uhr an den Schulen für Lehrkräfte? In dem lebhaften Gespräch wird deutlich, dass sich viele Lehrerinnen und Lehrer mit den stetig wachsenden Anforderungen an sie überfordert fühlen. Daher ist ein Ansatz der Arbeit um das Team von Professor Mehlem, Heterogenität als Ressource zu begreifen. Alle sind sich einig, dass es ein pädagogisches Gesamtkonzept für alle Ebenen, Systeme und Akteure braucht, um den steigenden Anforderungen in den Schulen gerecht zu werden. Die Professionalisierung von Studierenden in den Praxisprojekten LeseTaskforce und AlphaAlif leistet dafür wertvolle und elementare Arbeit. Davon profitieren langfristig alle Beteiligten, die Lehrkräfte und vor allem die Kinder.

Auch 2018 wird die Unterstützte Kommunikation an Förderschulen und in der Inklusion weiter gefördert

Schülerin Jannika Cremer mit ihrer Mutter und Wolfgang Rawer, Vorstand Dr. Marschner Stiftung © Christoph Schyma

„Unterstützte Kommunikation“ steht für pädagogische und therapeutische Maßnahmen, die eine Erweiterung der kommunikativen Möglichkeiten von Menschen bezwecken, die sich nicht ausreichend über die Lautsprache verständigen können. In der Didaktischen Werkstatt im Fachbereich 4 der Goethe-Universität Frankfurt wurde in diesem Zusammenhang ein Praxisprojekt aufgelegt, an dem Studierende des Lehramts an Förderschulen teilnehmen können. Die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts begleiten und fördern über ein Schuljahr unterstützt kommunizierende Schülerinnen und Schüler im Klassenunterricht sowie in der Einzelförderung.

 

mehr zum Förderprojekt

In den Förderschwerpunkten „geistige“ beziehungsweise „körperliche und motorische Entwicklung“ ist die Unterstützte Kommunikation eine wichtige Querschnittsaufgabe. Die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler ist – um in den Dialog zu kommen und vom Unterricht zu partizipieren – auf Hilfe angewiesen.

Die Dr. Marschner Stiftung freut sich, neun Plätze an insgesamt acht Frankfurter und Offenbacher Schulen zu unterstützen. Das Projekt lebt unter anderem von der Vielfältigkeit der Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern. Manche der jungen Menschen werden dabei noch lernen, was sie durch Kommunikation bewirken und wie sie mit Kommunikationshilfen (Sprachausgabegeräte, Gebärden oder Bildsymbole) in den Dialog kommen können. Geübte können nahezu alles, was sie sagen wollen, mit Hilfe eines Sprachcomputers ausdrücken, welcher im konkreten Fall mit den Augen gesteuert wird.

Im Großen und Ganzen geht es darum, Situationen im Unterricht so zu gestalten, dass die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen wirkungsvoller einbringen können. Die Vermeidung von Missverständnissen ist ein weiteres Ziel der Unterstützten Kommunikation. Bislang zeigt sich insgesamt, dass das Projekt durch die intensiven Lernerfahrungen der Teilnehmenden und die kontinuierliche Arbeit der Studierenden sehr erfolgreich ist und auf große Resonanz trifft.

Das UK-Praxisprojekt wird vom Staatlichen Schulamt für den Landkreis Offenbach und der Stadt Offenbach am Main sowie seit 2015 durch die Dr. Marschner Stiftung gefördert.

LEDER.WELT.GESCHICHTE.

100 Jahre Deutsches Ledermuseum

Kofferradio 1950 © DLM

Mit LEDER.WELT.GESCHICHTE. präsentiert das Deutsche Ledermuseum anlässlich seines 100. Geburtstages die zweite Ausstellung im Jubiläumsjahr 2017.

Im Jahre 1917 gründete der Architekt Hugo Eberhardt, damaliger Leiter der Technischen Lehranstalten (später Werkkunstschule, heutige HfG Offenbach), in der florierenden Lederstadt Offenbach am Main das Museum als Sammlung von historischen Vorbildern für die Ausbildung junger Gestalter, Handwerker und Lederwarenproduzenten. Bis heute konnten mehr als 30.000 Objekte aus allen Kulturen und Epochen zusammengetragen werden. Damit ist das Deutsche Ledermuseum die weltweit einzige Einrichtung, die ausschließlich alles rund um das Material Leder und artverwandte Materialien sammelt und präsentiert.

Kolleg Schöne Aussicht

Güner Yasemin Balci © Literaturhaus Frankfurt

Im Jahr 2011 verwirklichte das Literaturhaus Frankfurt mit der Dr. Marschner-Stiftung ein bis dahin in der bundesweiten Literaturszene einmaliges Vorhaben. Die Idee war, für Lehrerinnen und Lehrer ein neues Format – kein Fortbildungsprogramm – zu kreieren, welches mit überraschenden und inspirierenden Akzenten überzeugte.

 

weiterlesen

Es entstand ein monatliches Angebot, welches mit unterschiedlichen Formaten wie Workshops mit Autorinnen und Autoren, Exkursionen, Expertengespräche, Wunschlesungen, aber auch Überraschungsbesuchen im Unterricht und Tagungen arbeitet.
Das KOLLEG SCHÖNE AUSSICHT war geboren! Dieses einmalige Projekt begleitet nun schon im sechsten Jahr seines Bestehens Lehrerinnen und Lehrer aller Fächer, Stufen und Schulformen aus Frankfurt, Offenbach und der Region.
Das Kolleg SCHÖNE AUSSICHT ist ein Projekt, mit dem das Literaturhaus Frankfurt sich als Plattform für ein breites Spektrum gesellschaftlicher Fragestellungen behauptet. Gleichzeitig bildet das Kolleg ab, welchen Herausforderungen sich unser Bildungsapparat stellen muss, dies aber aufgrund seiner Struktur nur sehr verzögert leisten kann. Das Literaturhaus kommt diesen Bedarf mit dem KOLLEG nach und schafft kreative und inhaltliche Impulse in Verbindung mit persönlichen Austausch und verbindlicher Ansprache.

Das Kolleg Schöne Aussicht ist für mich ein wunderbarer Ort, an dem meine Lehrerseele durch die vielfältigen, immer anregenden Veranstaltungen eine Erweiterung ihres Horizonts bekommt. Damit legt es eine Grundlage für die wahre Bildung, gegenüber der manche herkömmliche Fortbildungsveranstaltung mit ihrer pädagogischen Verzwecktheit eben wie Fort-Bildung wirkt.

J. Schieb

Das freie Bildarchiv für Naturschutz

Morning dew in spider web. Brandenburg, Germany. © Daniel Rosengren

Brilliante Fotos erzeugen Emotionen und Empathie – gerade im Naturschutz ist das eine Tatsache. Daher sind erstklassige Natur- und Tierbilder – aber auch Fotos, welche die vielen Facetten der praktischen Arbeit im Naturschutz zeigen – elementar, wenn wir Menschen für den Schutz von Wildnis oder etwas sperrige Themen wie biologische Vielfalt gewinnen wollen. Das freie Bildarchiv ermöglicht Einrichtungen aus Naturschutz und Wissenschaft, erstklassiges Material kostenfrei zu nutzen und zu kommunizieren. Hierbei ist die Intention, vor allem Frankfurter Institutionen wie den Zoo Frankfurt, „BioFrankfurt“ oder den Naturschutzbotschaftern Bildmaterial zur Verfügung stellen zu können. Die Dr. Marschner-Stiftung freut sich, dieses innovative Projekt der Zoologischen Gesellschaft in Frankfurt zu fördern und zeigt Ihnen exklusiv erste Fotos des freien Bildarchivs für Naturschutz.

weiterlesen

Bei dem Bildarchiv für Naturschutz geht es nicht nur um qualitativ hochwertige Bilder per se, sondern vor allem um solche, die in der Bildgestaltung eine aktuelle fotografische Ästhetik widergeben. Bei kleineren Naturschutzorganisationen, Nationalparks und Schutzgebieten oder wissenschaftlichen Einrichtungen fehlen oftmals die finanziellen Mittel, gutes Bildmaterial zu kaufen. Dank der Förderung durch die Dr. Marschner-Stiftung wird es bald möglich sein, hochwertiges Material online für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung zu stellen.

Box-Club Nordend Offenbach – Wir fördern weiter!

 

Copyright: Dr. Marschner Stiftung, Foto: Petra Kappler

Der Box-Club Nordend gehört zu den erfolgreichsten hessischen Boxsportvereinen. Geschäftsführer Bernd Hackfort leitet zudem seit 2013 eine Leistungssportgruppe für Mädchen und junge Frauen. Das neueste Projekt des Vereins – welches von der Dr. Marschner Stiftung gefördert wird – startet direkt nach den Sommerferien und wird speziell jugendliche Schulverweigerer, Mädchen und Jungs, mit und ohne Migrationshintergrund, fördern. Kernaufgabe des Projekts ist die Wiedereingliederung in das Schulsystem – doch dafür wird erst einmal die Stärkung der Sozialkompetenzen der Jugendlichen sowie eine Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit nötig sein. Auf die persönlichen Bedürfnisse der jungen Menschen ist das Vorhaben ebenso angelegt wie auf deren schulische Nachhilfe, es wird Workshops und Ausflüge geben sowie natürlich regelmäßige Sportangebote.

noch mehr erfahren über das Engagement des Box-Club Nordend

Ein Gespräch mit Bernd Hackfort, Geschäftsführer des Box-Club Nordend Offenbach und seiner Frau Zdravka Hackfort.
Mitten im Hafengebiet Offenbach befindet sich der BC Nordend, es wird überall gebaut und dies gehört leider zu dem großen Problem des Vereins. Dazu werden mir Bernd Hackfort und seine Frau später noch mehr erzählen. Zum Gespräch empfangen mich beide in den Räumlichkeiten für die Halbtagsbetreuung. Ab dem frühen Nachmittag trudeln hier die Grundschulkinder, die sogenannten Bambinis, ein.
Das Konzept des Box-Club entstand aus dem Boxprojekt Offenbach und hatte primär zum Ziel, überwiegend sozial auffällige Jugendliche bei Entwicklungsprozessen zu unterstützen und ihnen zu ermöglichen, auf Gewalt als Mittel zur Lösung von Konflikten zu verzichten. Durch die Teilnahme am Boxen lernen die Jugendlichen Pünktlichkeit, Disziplin, Respekt und gegenseitige Wertschätzung. Außerdem erleben sie meist zum ersten Mal durch die sportliche Betätigung eine andere Methode ihre Wut und Aggression zu kanalisieren. Das Boxprojekt wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hessischen Jugendarbeitspreis, dem Oddset Zukunftspreis des Hessischen Sports und dem Hanse Merkur Preis für Kinderschutz. Auf dieser Basis wurde der Box-Club Nordend gegründet.
Dann fiel dem Ehepaar Hackfort auf, dass viele Jugendliche im Schlepptau ihrer kleinen Geschwister zum Training kamen, auf die sie aufpassen sollten. So entstand die Idee, mit den Jüngeren eine Halbtagsbetreuung aufzubauen, damit alle sinnvoll beschäftigt waren. Mittlerweile ist die Anzahl der sozialen Begleitprojekte und Aktivitäten des Vereins, der als Beispiel für gelungene Integrationsarbeit gilt, nahezu unüberschaubar geworden. Dazu zählen seit mittlerweile schon 11 Jahren die Hausaufgabenhilfe finanziert vom Förderverein Sicheres Offenbach, die Kinderbetreuung in Kooperation mit dem Förderverein der Goetheschule und der Main-Arbeit Offenbach, die Berufs-, Bildungs- und Bewerbungshilfe, seit sechs Jahren ein Boxtraining in der JVA in Preungesheim als Resozialisierungsmaßnahme, sowie verschiedene Boxprojekte mit dem Jugendbildungswerk der Stadt Offenbach und dem Jugendamt. Wer sich einen genauen Überblick verschaffen möchte, dem empfiehlt sich ein Blick auf die Website des Vereins
Bei all diesen Aktivitäten zählt der Box-Club Nordend zu den erfolgreichsten hessischen Boxsportvereinen. Bernd Hackfort leitet zudem seit 2013 eine Leistungssportgruppe für Mädchen und junge Frauen. Es geht dabei nicht nur darum, sogenannte Problemjugendliche von der Straße zu holen, sondern gezielt Talente zu fördern und ihnen über den Verein einen Familienersatz in der Erziehungshilfe zu bieten. Der Erfolg gibt Bernd Hackfort Recht, die jungen Mädchen ziehen das tägliche Training, verbunden mit der täglichen Hausaufgabenhilfe, diszipliniert durch und haben schon internationale Erfolge vorzuweisen.
Das neueste Projekt – welches von der Dr. Marschner Stiftung gefördert wird – startet direkt nach den Sommerferien und wird speziell jugendliche Schulverweigerer, Mädchen und Jungs, mit und ohne Migrationshintergrund, fördern. Kernaufgabe des Projekts ist die Wiedereingliederung in das Schulsystem – doch dafür wird erst einmal die Stärkung der Sozialkompetenzen der Jugendlichen sowie eine Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit nötig sein. Auf die persönlichen Bedürfnisse der jungen Menschen ist das Vorhaben ebenso angelegt wie auf deren schulische Nachhilfe, es wird Workshops und Ausflüge geben sowie natürlich regelmäßige Sportangebote. Damit und durch intensive Gespräche wird sich das Team des Vereins vier Stunden täglich auf einer persönlichen Ebene mit den Jugendlichen auseinandersetzen. Das schafft Vertrauen – darin sehen die Hackforts den Schlüssel für die Persönlichkeitsbildung Jugendlicher. Herauszuheben ist hierbei die enge Kooperation mit dem Staatlichen Schulamt Offenbach, welches die einzelnen Teilnehmer direkt in das Projekt vermitteln wird.

Generell ist das riesige Engagement des Ehepaars Motor und Seele des gesamten Vereins, doch bald wird der Box-Club Nordend aus dem Räumlichkeiten ausziehen müssen, die Bagger stehen quasi vor der Tür. Im Moment gibt es noch keine Alternative, die sich der BC  Nordend leisten kann. Frau Hackfort hofft sehr, dass sich bald eine Lösung findet. Sie sorgt sich um ihre Schützlinge. Denn wer kümmert sich dann um die Kinder und Jugendlichen, die hier so gut versorgt und betreut werden? Es wäre wohl als beschämend zu nennen, wenn diese vorbildliche Initiative aufgegeben werden müsste. Wer dem Verein zum Beispiel mit bezahlbaren Räumlichkeiten helfen möchte, kann sich daher direkt telefonisch oder schriftlich an Bernd Hackfort unter b.hackfort@gmx.de wenden.

von Petra Kappler
Juli 2017

Die MINISCHIRN – so beliebt wie nie

© Schirn Kunsthalle Frankfurt, Foto: Norbert Miguletz

In der Schirn Kunsthalle Frankfurt gibt es seit Dezember 2014 einen kreativen Erlebnis- und Erfahrungsraum für Kinder ab drei Jahren bis ins Grundschulalter: die MINISCHIRN. Mit dieser innovativen Dauerinstallation zu den Themenfeldern Farbe, Form und Struktur bietet die Frankfurter Kulturinstitution ihren jüngsten Besuchern einen außergewöhnlichen Spiel- und Lernparcours. Im ersten halben Jahr seit ihrer Eröffnung zog die MINISCHIRN bereits über 10 000 Kinder an. Zum einen ist der Parcours stark von Kita-, und Grundschulgruppen aus Frankfurt und dem Rhein-MainGebiet frequentiert. Zum anderen gehen viele Kinder selbstbestimmt auf Entdeckungstour in der MINISCHIRN während ihre Eltern konzentriert und entspannt die laufenden Ausstellungen besuchen. Für diese Kinder ist der Eintritt frei. Unter der Aufsicht von geschultem pädagogischem Vermittlungspersonal bietet die MINISCHIRN eine anregende Umgebung, in der sich die Kinder bewusst ohne ihre Eltern oder erwachsene Begleitpersonen selbstbestimmt bewegen können. Mit dem Konzept der MINISCHIRN unterstreicht die Kunsthalle ihre Vorreiterrolle in der Bildungs- und Vermittlungsarbeit für Kinder und Jugendliche und präsentiert sich als lebendige Kulturinstitution für ein breitgefächertes Publikum.

weiterlesen über die MINISCHIRN

Auf insgesamt über 100 m² bilden verschiedene Rauminszenierungen und Experimentierstationen in der MINISCHIRN den Rahmen für eine spielerische Expedition durch die Themenfelder ästhetischer Wahrnehmung. Die kunstpädagogische Abteilung der Schirn hat in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Agentur für Kommunikation im Raum Atelier Markgraph eine dynamische Architektur entwickelt, die an Baumhäuser erinnert und die strengen Linien in den Räumen der ehemaligen Buchhandlung der Kunsthalle aufbricht, aber dennoch in ihrer Klarheit die Formensprache des Gebäudes widerspiegelt. Die MINISCHIRN hat bereits zahlreiche renommierte Preise erhalten, den ADC Award für Deutschland 2015, den Red Dot Award 2015, den FAMAB Award 2015 (Silber), den Comm Award 2015 (Gold) und jüngst die Auszeichnung Special Mention des German Design Award 2016.

Der Bau der MINISCHIRN wurde maßgeblich gefördert durch die Dr. Marschner Stiftung.

Dr. Marschner Saal im Ledermuseum

Dr. Jürgen Marschner Saal © Jessica Schäfer

Anlässlich der Ausstellung „Leder – Begleiter durchs Leben“, die im Juli 2016 im Deutschen Ledermuseum eröffnet worden ist, wurde ein Raum im Museum neu gestaltet. Die darin befindliche, entkernte Großraumvitrine konnte dank der Dr. Marschner-Stiftung mit objektschonender LED-Beleuchtung ausgestattet werden. Auch 2017, indem das Haus sein 100-jähriges Jubiläum feiert, wird mit einer großzügigen Unterstützung der Stiftung ein weiterer Ausstellungssaal mit diesem Lichtsystem gestaltet.

Psychoonkologie im Ketteler Krankenhaus

© Ketteler Krankenhaus

Für jeden von Krebs betroffenen Menschen stellt sich vor allem die Frage, wie das Leben jetzt weitergeht. Diese Frage ist eine der ersten von vielen, da bei einer solchen Diagnose nicht nur der Körper, sondern auch die Seele in einen Ausnahmezustand geraten. Dieser Ausnahmezustand betrifft nicht nur die Betroffenen selbst – sondern ebenso die Angehörigen und den Freundeskreis.

zum Interview "Mal wieder durchatmen können"

Mal wieder Durchatmen können …
von Petra Kappler
Ein Gespräch mit Frau Dr. med. Staib-Sebler, Frau Klee und Frau Schulmerich vom Psychoonkologischen Dienst im Ketteler Krankenhaus in Offenbach am Main Die drei Fachfrauen empfangen mich mit Espresso und guter Laune.
Frau Dr. Elsbeth Staib-Sebler, Oberärztin der Viszeral- und Allgemeinchirurgie und Psychotherapeutin/Psychoonkologin, sowie Frau Constanze Klee, Psychoonkologin und Frau Petra Schulmerich, Palliativkoordinatorin gehören dem Team an, welches mittlerweile über
die Stadtgrenzen hinaus für seine herausragende Arbeit bekannt ist. Die Vierte im Bunde, Frau Dr. med. Giovanna Römer, Leiterin der Chirurgisch-Onkologischen Ambulanz und Psychotherapeutin/Psychoonkologin, ist zu diesem Termin leider nicht mit anwesend.
Wir sprechen über ein naturgemäß sensibles Thema, das vor allem Frau Dr. Staib-Sebler anschaulich für Außenstehende erläutern kann.
Voraussetzung für den Einsatz des Dienstes ist, dass jede Patientin und jeder Patient in Zusammenhang mit der Betreuung in den onkologischen Kompetenzzentren des Ketteler Krankenhauses Anspruch auf eine ausführliche, psychoonkologische Beratung und
Begleitung hat. Diese kann man sowohl stationär, als auch ambulant in Anspruch nehmen. Für jeden von Krebs betroffenen Menschen stellt sich vor allem die Frage, wie das Leben jetzt weitergeht. Diese Frage ist eine der ersten von vielen, da bei einer solchen Diagnose
nicht nur der Körper, sondern auch die Seele in einen Ausnahmezustand geraten. Dieser Ausnahmezustand, so erklärt mir das Team, betrifft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern ebenso die Angehörigen und den Freundeskreis. Dabei zählt es zu den Aufgaben der Expertinnen, sogenannte Ressourcen für die Erkrankten zu benennen und zu aktivieren. Welche Unterstützung gibt es? Wer kann helfen? Wem vertraut die betroffene Person? Elementar ist es weiterhin, ein Netz zu spannen, welches die Patientinnen und Patienten
während der Bewältigung der Krankheit auffangen kann. Man begreift, dass ein Großteil der Arbeit darin besteht, die komplexen Prozesse zu begleiten, die sich unter Einfluss der Krebserkrankung beständig verändern. Wichtig ist vor allem, dass den Kranken mit Ruhe, Zeit und Fachwissen begegnet wird. Großen Wert wird auf die sensible Beantwortung persönlicher Fragen und die Wahrnehmung von Ängsten gelegt. Kranke brauchen ein ehrliches und zugewandtes Gegenüber. Ein „Das wird schon wieder!“ hilft den Betroffenen wenig, sie können dadurch ihre Ängste nicht artikulieren und haben einmal mehr das Gefühl, sich zusammenreißen zu
müssen, stark zu ein, auch für die Angehörigen.
Frau Klee bezeichnet dies als „die Positivkeule“, eine Überforderung für die Erkrankten, die zugleich verhindert, „Negatives“ wie Ängste, Zweifel und Trauer zuzulassen. Emotionen, die jedoch für die Bewältigung der Situation genauso wichtig sind. Insbesondere der Umgang mit der Angst gehört zu den basalen Aufgaben der Psychoonkologie. Die Gespräche dienen also auch dazu, die Angst anzuerkennen und damit umzugehen. Auch irrationale Ängste sind sehr häufig festzustellen, bei denen zunächst keine Ursachen
näher benannt werden. Frau Dr. Staib-Sebler weist hier auf die Reaktivierung von Traumata hin, die bei älteren Menschen auftreten, die beispielsweise eine traumatische Kriegserfahrung verdrängt haben. Zugleich betrifft es ebenso Menschen jeden Alters, die in ihrer Lebensgeschichte ein Trauma erlebt haben, wie z.B. Mißbrauch, das bestätigen alle Fachfrauen des Teams.
Dies zu erkennen und sensibel darauf einzugehen, ist ebenfalls eine der anspruchsvollen Aufgaben des psychoonkologischen Dienstes. Das Angebot der Abteilung umfasst begleitende Gespräche zu den jeweiligen Behandlungsschritten sowie Empfehlungen zum besseren Umgang mit der Erkrankung. Die Gespräche bringen Transparenz in das Leben der Betroffenen und lehren diese, mit ihren Kräften besser zu haushalten, sich zu stabilisieren und ihre innere Balance wiederzugewinnen. Generell ist das Ziel, neue Lebensperspektiven – mit der Diagnose ‚Krebs‘ – zu entwickeln. Das heißt nicht immer Heilung vom Krebs, sondern kann ebenfalls bedeuten, dass offen und einfühlsam über eine palliative Begleitung gesprochen wird. Frau Schulmerich, im Team mit dieser Aufgabe betraut, weiß, dass dies nicht allein nur negativ ist. Es geht hier in erster Linie darum, die verbleibende Zeit wertzuschätzen, bewusst jeden Tag wahrzunehmen und das eigene Schicksal anzuerkennen. Gefühle wie Wut und Aggression kommen durchaus vor, dies sind Emotionen, welche die drei Expertinnen akzeptieren und einzuordnen wissen.
„Man darf es nicht persönlich nehmen, sondern muss professionell bleiben, nur so können wir den Erkrankten helfen“, darüber sind sich alle einig. Dem Team vom Psychoonkologischen Dienst steht selbst regelmäßig eine Supervision zur Verfügung, um ihre Arbeit zu reflektieren. Doch viel Kraft und Energie bekommen Frau Dr. Staib-Sebler, Frau Dr. Römer, Frau Klee und Frau Schulmerich von den Patientinnen, Patienten und Angehörigen selbst. Die bedanken sich regelmäßig herzlich, zum Beispiel dafür „mal wieder Durchatmen zu können“. Auch wenn Kranke sterben, haben die fachlichen Begleiterinnen ebenso Wertschätzung erhalten, gerade weil es für alle Betroffenen wichtig war, dass die Krankheit „sehr gut begleitet wurde“ bzw. „es trotz allem gut gelaufen ist“. Ein Feedback, das den Sinn dieser hochsensiblen Arbeit noch einmal deutlich macht.
Das Gespräch mit den drei Fachfrauen war sehr beeindruckend und hat einmal mehr gezeigt, wie unerlässlich diese Arbeit geworden ist. Als recht junge Disziplin besitzt die Psychoonkologie kein sogenanntes „hartes Kriterium“, hat aber nachweisbare positive
Auswirkungen und Effekte. Der offene Umgang mit der Erkrankung sowie die Einbeziehung des gesamten Umfeldes trägt maßgeblich dazu bei, eine Krebserkrankung nicht zu tabuisieren. Wir lernen zudem, dass unser Leben nicht en detail plan- und kontrollierbar ist.
Wenn wir dies anerkennen, fällt es uns leichter, Krankheiten nicht zu dämonisieren, sondern als Teil unseres Lebens zu begreifen.

200 Jahre Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung – wir gratulieren!

© Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum.

Der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft wurde die bedeutende Bernsteinsammlung „Jörg Wunderlich“ zum Kauf angeboten. Mit Hilfe einer Großspende der Dr. Marschner-Stiftung hat die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft 2008 die Möglichkeit erhalten, den größten Teil der Bernsteinsammlung „Jörg Wunderlich“ zu erwerben. Diese Bernsteinsammlung genießt naturwissenschaftlichen Weltrang. Es handelt sich um die weltweit umfangreichste und diverseste Sammlung fossiler Spinnen aus 50 Familien mit Beutetieren, Parasiten und Häutungsresten sowie Teilen von Fangnetzen eingeschlossen in Bernstein.

Copyright aller Fotos der obigen Bildergalerie: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum

weiterlesen

In der Sammlung sind unter anderem 200 Holotypen enthalten, insbesondere fossile Erstnachweise verschiedener Familien, zahlreiche Gattungstypen und Typen erstmals beschriebener Unterfamilien. Teile der Sammlung „Jörg Wunderlich“ werden im Senckenbergmuseum einem breiten Publikum vorgestellt. Die Sammlungen des Forschungsinstituts Senckenberg werden durch diese wertvolle Neuerwerbung international bedeutender. Wissenschaftler aus dem In- und Ausland werden an diesen Kulturgütern Jahrzehnte forschen können. Der besondere Wert für die Wissenschaft ergibt sich meist aus dem Unikatcharakter der einzelnen Fossilien. Teilweise wenige, teilweise mehrere Dutzend Millionen Jahre alt, geben sie Einblick in vergangene Welten und vermehren das Verständnis auch um die Verwandtschaftsverhältnisse, Paläontologie und Biologie heutiger Tiere und Pflanzen.